Ein Akt der Freiheit – Weston Priory tritt in die Schweiz-Amerikanische Kongregation ein.

Mehr als 70 Jahre lang unterstanden die Mönche von Weston direkt dem Abtprimas. Nun treten sie in die Schweiz-Amerikanische Kongregation ein. Trotzdem: Weston bleibt ein besonderes Kloster!

Foto mit freundlicher Genehmigung von Weston Priory.

1 Juli 2026

Zu den originelleren Klöstern unseres Ordens gehört das Priorat Weston im Staat Vermont, in dem Teil der USA der auch Neu-England genannt wird. Es entstand 1952 als abhängiges Haus der Abtei Dormitio in Jerusalem. Der visionäre Gründer, Abt Leo von Rudloff, ursprünglich ein Mönch von Gerleve (Beuroner Kongregation), teilte sine Zeit zwischen dem Heiligen Land und Vermont, und ließ sich schließlich in Amerika nieder.

Weston Priory entwickelt sehr eigenständige monastische Formen, in der Liturgie, die stark von nordamerikanischer Folk Music beeinflusst wurde, und auch im mitbrüderlichem Umgang, der den täglichen geistlichen Austausch und die Suche nach Konsens in der Gemeinschaft betonte. Diesen Traditionen ist die Gemeinschaft bis heute treu geblieben, auch wenn der Konvent inzwischen älter und kleiner geworden ist. Das Kloster ist sehr ländlich geprägt und hat keine äußeren Werke. Der Lebensstil ist eher kontemplativ geprägt. Kunsthandwerke wie Töpfern und Weben spielen eine große Rolle, dazu Garten, Landwirtschaft und die Aufnahme von Gästen.

Seit der Gründung teilte Weston die rechtliche Situation des Mutterklosters im Nahen Osten, das direkt dem jeweiligen Abtprimas unterstellt war. Als Die Dormitio-Abtei 2012 schließlich in die Kongregation von der Verkündigung eintrat, blieb Weston unter dem Abtprimas. Dies ist eigentlich eine Anomalie. Das Ordensrecht der Benediktiner sieht vor, dass alle Klöster einer Kongregation angehören. Innerhalb der Kongregationen gibt es effiziente Mechanismen der Aufsicht und Begleitung. Der enge Kontakt mit anderen Gemeinschaften stärkt die Klöster, und in Krisenzeiten können sich die Klöster innerhalb einer Kongregation gegenseitig unterstützen.

Aus all diesen Gründen hat die Gemeinschaft von Weston schließlich um eine probeweise Eingliederung der Schweiz-Amerikanischen Kongregation gebeten. Die hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber nach einer längeren Zeit des gegenseitigen Kennenlernens stimmte das Generalkapitel der Schweiz-Amerikanischen Kongregation im Juni 2026 schließlich mit überwältigender Mehrheit für diesen Schritt. So sind es nunmehr nur noch fünf Klöster, die direkt dem Abtprimas unterstellt sind.

Und was wird mit den Eigenarten von Weston? Die Schweiz-Amerikanische Kongregation lebt die versöhnte Verschiedenheit unserer Gemeinschaften in entspannter Weise. Die bisherigen Kontakte haben den Mönchen die Sorge genommen, dass sie ihre eigenen Traditionen aufgeben müssen. Der Kongregationseintritt ist ein Akt der Freiheit.

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