Neue benediktinische Gründung in Tansania: Ein neuer Ort der Hoffnung

Am 18. April 2026 wurde das neue benediktinische Missionszentrum in Dodoma eingeweiht. Verwurzelt im Evangelium und in der benediktinischen Spiritualität verbindet die Mission Bildung, nachhaltige Landwirtschaft und Seelsorge, um der lokalen Gemeinschaft zu dienen.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Abt Christian Temu OSB, Abtei Ndanda

4 Mai 2026

P. Damian Msisiri OSB
Oberer der Gemeinschaft in Dodoma

Die benediktinische Mission entfaltet sich weiterhin in unterschiedlichen Regionen und Kontexten und verbindet soziale, geistliche und pastorale Arbeit, die im Evangelium verwurzelt ist. In Tansania erweitert die Abtei Ndanda ihre Präsenz, um dringenden lokalen Bedürfnissen zu begegnen. Am 18. April 2026 weihte der Erzbischof von Dodoma, Most Rev. Beatus Kinyaiya OFM Cap, das neue benediktinische Missionszentrum in Dodoma offiziell ein. An der Feier nahmen Abt Christian Temu, der Regional Commissioner von Dodoma sowie Obere und Delegierte der Kongregation von St. Ottilien in Afrika teil. Aus der Kongregation von Sankt Ottiilen nahmen P. Maximilian Grund (Prokurator der Kongregation, der zugleich den Abtpräses vertrat), P. Maurus Runge — Missionsprokurator der Abtei Königsmünster — sowie P. Noach Heckel vom Rat der Kongregation teil.

Der selige Isidor Bakanja ist der Patron der neuen Gemeinschaft, die sich in der Hauptstadt Tansanias befindet. Entgegen der Annahme, dass urbane Zentren gut versorgt seien, weist Dodoma erhebliche soziale Defizite auf: begrenzte Schulbildung, eine schwache Gesundheitsinfrastruktur und fortschreitende Wüstenbildung. In fünf Monaten vor Ort ist die Gemeinschaft bereits vielen Kindern begegnet, die noch nie eine Schule besucht haben. Diese Probleme unterstreichen die Dringlichkeit einer zeitgemäßen, sensiblen Evangelisierung, die Seelsorge mit praktischer Entwicklung verbindet.

Bildung ist ein zentraler Schwerpunkt. Die Sekundarschule der Abtei unterrichtet derzeit 97 Schülerinnen und Schüler und bringt den Schülern dabei die benediktinische Spiritualität nahe. Die pastoralen Aktivitäten wurde im Dezember 2025 ausgeweitet, als der Abtei Ndanda die Pfarrei St. Francis Xavery Michese anvertraut wurde, fünf Kilometer vom Gemeinschaftshaus entfernt. Die Pfarrei betreut schätzungsweise 2.000 aktive Gläubige und umfasst eine Außenstation, die sich noch im Bau befindet. P. Samwel Njau OSB wirkt als Pfarrer und lebt in der Gemeinschaft.

Konkrete Projekte verbessern das tägliche Leben unmittelbar: Die Gemeinschaft hat ein Bohrloch fertiggestellt, um den Dorfbewohnern ganzjährig sauberes Wasser bereitzustellen, die zuvor bis zu sieben Kilometer zu Fuß gehen mussten. Die Wiederherstellung von Gärten, Vorrichtungen zur Regenwassersammlung, Baumpflanzungen und eine Erneuerung der Katechese stärken die Seelsorge und wirken zugleich dem ökologischen Niedergang entgegen.

Ökologie und Landwirtschaft bilden eine eigene Dimension benediktinischen Zeugnisses. Im Rahmen der Initiative „Make Dodoma Green“ hat die Gemeinschaft in drei Jahren Tausende von Bäumen gepflanzt, dabei ausgedörrtes Land nutzbar gemacht und der Wüstenbildung entgegengewirkt. Zu den landwirtschaftlichen Projekten gehören Bananen, Mais, Erdnüsse, Maniok und verschiedene Obstbäume; zudem soll ein halber Hektar Weinreben bis Januar 2027 Saft liefern. Diese Initiativen sind ein Modell nachhaltiger Nahrungsmittelproduktion, fördern die Ernährungssicherheit und vermitteln Verantwortung für Wasser, Wälder und Boden als Gottes Schöpfung statt als auszubeutende Güter.

Der benediktinische Ansatz — ora et labora (Gebet und Arbeit) — verbindet benediktinische Spiritualität, Bildung und Verantwortung für die Schöpfung. Die neue Mission fördert ganzheitliches Wachstum durch einen Eco Club, berufliche Bildung in der Schule unter dem Motto „Learn, grow, succeed“ sowie das Engagement der Gemeinschaft, die Teamarbeit und das Evangelium in den Mittelpunkt stellt.

Trotz Herausforderungen — Analphabetismus und fehlende Grundschulen in der Umgebung — ist die Gründung der Mission in Dodoma zeitgerecht und strategisch. Gestützt von benediktinischen Mitbrüdern, Wohltätern und lokalen Partnern vertraut die Gemeinschaft auf die Vorsehung und will weiterhin das Evangelium durch praktischen Dienst, ökologische Erneuerung und Bildung verkünden und so den Menschen in Dodoma greifbare Hoffnung bringen.

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