24 September 2026
P. Korbinian Birnbacher OSB
Ökonom, Sant’Anselmo
Seit 1. September 2026 bin ich neuer Ökonom von S. Anselmo und der benediktinischen Konföderation. Zuvor hatte ich verschiedene Leitungsämter als Novizenmeister, Prior und Abt meines Klosters, der Erzabtei St. Peter in Salzburg/Österreich. Ich hatte bisher eigentlich wenig mit Geld und Ökonomie direkt zu tun, konnte mich aber immer auf gute Mitarbeiter verlassen. Das ist gottseidank auch in S. Anselmo so der Fall. Ich danke Abt Geraldo Gonzales y Lima, der über ein Jahrzehnt die Wirtschaft von S. Anselmo geführt hat. Nicht immer war sie so geordnet wie er sie mir jetzt übergeben konnte.
Dazu haben viele beigetragen, vor allem auch Dott. Fabio Corcione und sein Team, aber auch die Mitglieder der Finanzkommission, die über Jahre hinweg die Rahmenbedingungen geschaffen haben für eine solide Finanzführung. Vor allem gilt es den Gesamtüberblick nicht zu verlieren. Wie ihr wisst gehört die wunderschöne Abtei S. Anselmo nicht uns Benediktinern. Seit Papst Leo XIII. steht uns das Grundstück auf dem Aventin und die Gebäude zu Verfügung. Steuern, Energie- und Instandhaltungskosten müssen wir selbst aufbringen. Das geschieht großenteils durch das Subsidium und den Solidaritätsbeitrag.
Alle Klöster unserer Konföderation leisten je nach finanziellen Möglichkeiten ihren Beitrag zur gemeinsamen Sache. Doch fließt der Großteil von Subsidium und Soldaritätsbeitrag nicht in das schöne und historische Gebäude, sondern in den Lehrbetrieb des Atheneums und in die Aufwendungen, die unser Abtprimas für die Erfüllung seines Auftrages als oberster Repräsentant unserer weltweiten Konföderation und als Symbolfigur unserer benediktinischen Einheit braucht. Er verkörpert sichtbar Verantwortung, Zusammenhalt, Solidarität und Präsenz in der gesamten benediktinischen Welt.
Größere Maßnahmen zur Instandhaltung der historischen Gebäude hingegen werden ausschließlich durch Spenden und Stiftungen, die vom Abtprimas selbst und weitgehend auch von P. Markus Muff/Engelberg und seinen Kontakten zu diversen, uns unterstützenden Stiftungen ermöglicht werden. Hier aber das Gesamte im Blick zu haben, den Überblick nicht zu verlieren und die Mittel im Sinne der unlängst neu überarbeiteten Wirtschaftsordnung gerecht zu verteilen, ist meine Aufgabe.
Als ich gefragt wurde, habe ich gerne zu dieser Aufgabe ja gesagt. Und doch ist und bleibt es eine Aufgabe von uns allen - der Gremien, der Räte und jedes einzelnen! - das jeweils Seinige für das gemeinsame Ganze beizutragen. Ich habe schon in den ersten Tagen meines Hierseins in S. Anselmo spüren dürfen, dass man mich sehr liebenswürdig auf- und angenommen hat. Und ich bin überzeugt, dass wir auch in schwierigen Zeiten alle wirtschaftlichen Herausforderungen unseres Ordens gut bewältigen können. Wenn wir uns nicht gegenseitig blockieren, sondern alle an einem Strick ziehen, wird uns das auch gelingen. Gehen wir gemeinsam mit der Hilfe Gottes in eine gute Zukunft!

